Liebe Leserinnen und Leser,
wochenlang bestimmte die Angst vor einem schwachen Euro die deutsche Öffentlichkeit. Doch mittlerweile wird deutlich, dass die Schwäche der europäischen Währung auch positive Effekte hat: Die Nachfrage nach deutschen Waren hat außerhalb der EU sprunghaft zugenommen. Der Bundesverband der deutschen Industrie prognostiziert für 2010 nunmehr ein Exportplus von acht Prozent und verdoppelt damit seine Einschätzung aus dem Frühjahr. Die meisten Wirtschaftsforschungsinstitute halten mittlerweile ein Wirtschaftswachstum von knapp zwei Prozent in diesem Jahr für möglich. Gleichzeitig bleibt die Arbeitslosigkeit in Deutschland auf einem überraschend niedrigen Niveau.
Noch gehen die Impulse für den deutschen Export vor allem von Asien aus, während osteuropäische Länder wie Rumänien und Bulgarien noch mit den Folgen der Wirtschaftskrise zu kämpfen haben. Die vorliegende Doppel-Ausgabe Juli/August hat die wirtschaftlichen Entwicklungen beider EU-Beitrittsstaaten von 2007 zum Schwerpunkt. Mit rigorosen Sparprogrammen und einer eisernen Haushaltspolitik müssen diese Länder ihre Staatsdefizite und die Inflation in den Griff bekommen. In einem Interview geht der Botschafter Rumäniens in Deutschland Lazar Comanescu auf die aktuellen Herausforderungen seines Landes ein (Seite 13). Die wirtschaftliche Lage in Bulgarien beschreibt der Geschäftsführer der Deutsch-Bulgarischen Auslandshandelskammer Mitko Vassilev (Seite 14).
Dass es möglich ist, auch in Krisenzeiten Schulden abzubauen und den Staatshaushalt in den Griff zu bekommen, hat das kleine Estland eindrucksvoll bewiesen. Es wird im kommenden Jahr als erster baltischer Staat den Euro einführen.
Vom Euro noch weit entfernt, jedoch bereits dem EU-Beitritt sehr nahe, ist Kroatien. In dieser Ausgabe berichten wir über das Deutsch-Kroatischen Wirtschaftsforum, das der Ost-Ausschuss federführend in Zagreb organisierte und an dem über 350 Unternehmensvertreter teilnahmen (Seite 10 und 11). Außerdem erfahren Sie näheres über die Aktivitäten des Ost-Ausschusses während des Deutsch-Moldauischen Wirtschaftsforums in Potsdam (Seite 8) und im Rahmen des diesjährigen St. Petersburg Economic Forum (Seite 9).
Wir wünschen Ihnen eine angenehme Lektüre, eine erholsame Sommerzeit und einen schwungvollen Start in das zweite Halbjahr!
Ihre Redaktion
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