Energie auf der Agenda
Messeförderprogramm mit großem Zuspruch in Mittel- und Osteuropa
von Natalja Winges
Nutzen, was die Natur uns bietet. Nicht erst seit dem Scheitern des letzten
Klimagipfels in Kopenhagen ist saubere Energie aus Sonnen-, Wind- und Wasserkraft,
Erdwärme und Biomasse in den Fokus der Stromerzeugung gerückt. Weltweit
machen Regierungen teilweise schon seit Jahren ernst und fördern die Nutzung
regenerativer Energiequellen. Deutschland hat hierbei eine Vorreiterrolle, Spitzentechnologien
aus Deutschland sind überall gefragt und eröffnen insbesondere kleinen
und mittelständischen Unternehmen vielfältige Absatzmöglichkeiten.
Neben den erneuerbaren Energien haben aber auch energieeffiziente Technologien
und Dienstleistungen „Made in Germany“ einen hervorragenden Ruf
im In- und Ausland.
Ein wichtiger Beitrag zur Unterstützung deutscher Spitzentechnologien in
diesen Bereichen war die Gründung der Exportinitiative Erneuerbare Energien
2003, die auf einem Beschluss des deutschen Bundestages von 2002 beruhte. Im
Juli 2007 startete ein weiteres Programm der Bundesregierung, die Exportinitiative
Energieeffizienz. Beide Initiativen stehen unter der Federführung des Bundesministeriums
für Wirtschaft und Technologie und haben die vorrangige Aufgabe, durch
ein breit angelegtes Maßnahmenpaket die Absatzmöglichkeiten deutscher
Unternehmen im Ausland zu verbessern. So werden im Rahmen diverser Exportfördermaßnahmen
vor allem kleine und mittelständische deutsche Unternehmen bei der Erschließung
von Auslandsmärkten unterstützt. Die Angebote reichen von AHK-Geschäftsreiseprogrammen,
Einkäufer- und Multiplikatorenreisen, Projektentwicklungsprogrammen bis
hin zu einem jährlich aufgelegten Messeprogramm.
Förderprogramm für Messen zu Energieeffizienz erweitert
Eine der besten Möglichkeiten für den Markteinstieg bieten Messen.
Auf Messen treffen sich die größten und wichtigsten Player einer
Branche. Aussteller und Fachbesucher erhalten über einen kurzen Zeitraum
einen Überblick über neueste Produkte, können sich austauschen
und Geschäftskontakte knüpfen. Aus diesem Grund ist das seit 2003
unter der Schirmherrschaft des Bundeswirtschaftsministeriums aufgelegte Messeförderprogramm
im Rahmen der Exportinitiative Erneuerbare Energien ein hervorragendes Instrument
der Außenwirtschaftsförderung. Mit der Gründung der Exportinitiative
Energieeffizienz 2007 wurde das Messeförderprogramm um das Thema Energieeffizienz
erweitert. Die Themenschwerpunkte sind Energieeffizienz in der Gebäudetechnik,
der Energieerzeugung und bei industriellen Prozessen.
Seit der Erstauflage des Messeförderprogramms und Erweiterung um das Thema
Energieeffizienz werden jährlich 20 bis 25 Gemeinschaftsstände deutscher
Unternehmen auf relevanten Auslandsmessen organisiert bzw. finanziell unterstützt.
Die Gemeinschaftsstände treten unter dem Dach „Made in Germany“
auf, wobei die Anwendung des Corporate Design beider Export-initiativen ein
wichtiger Bestandteil ist. Neben der Präsentation deutscher Technologien
auf Messen werden die Exportinitiativen durch flankierende Maßnahmen unterstützt.
So finden auf Messebeteiligungen in Ländern, in denen zum Beispiel die
politischen und administrativen Rahmenbedingungen für den Einsatz erneuerbarer
Energien und energieeffizienter Produkte noch nicht weit entwickelt sind, „Deutsche
Tage“ statt. Diese umfassen Vorträge deutscher Fachleute, die sich
mit ihren Themen an die Ausrichtung der Messe bzw. Landesspezifika anpassen.
In Ländern, die bereits mehrmals Ziel des Messeförderprogramms waren
und in denen die Rahmenbedingungen weit entwickelt sind, werden auf dem Gemeinschaftsstand
vorwiegend Exponate ausgestellt und vorgeführt. Etwa 20 Prozent des Programms
machen mittlerweile Messebeteiligungen in Mittel- und Osteuropa aus.
Spezielle Messen in fast allen Ländern
In Sofia wird seit 2006 jährlich im April die „International b2b
Exhibition - Energy Efficiency and Renewable Energy Sources“ organisiert.
Seit 2008 beteiligt sich Deutschland mit einem Gemeinschaftsstand an dieser
für Bulgarien wichtigsten Fachmesse für erneuerbare Energien und Energieeffizienz.
Die Messe findet im Kulturpalast der Hauptstadt statt und wird von mehreren
Fachveranstaltungen begleitet. In den vergangenen Jahren hat sich Bulgarien
als neues Mitglied der Europäischen Union zunehmend im Bereich der erneuerbaren
Energien engagiert. Dadurch ist die Bedeutung der Fachmesse gewachsen, was u.
a. die steigende Zahl an Ausstellern und Fachbesuchern unterstreicht.
2009 stellten über 120 Aussteller aus, davon 62 Direktaussteller. Mehr
als 3.200 Fachbesucher informierten sich über neueste Technologien. Die
Bandbreite der Aussteller, die u. a. aus Bulgarien, Dänemark, Deutschland,
Griechenland, Italien und den USA kamen, deckte alle Stufen der Energie-Wertschöpfungskette
ab. Besonders prominent war die Solarindustrie vertreten.
In Bukarest nahmen die Exportinitiativen erstmals an der ExpoRenew-Energy 2010
mit einem deutschen Gemeinschaftsstand. Die Messe findet zeitgleich mit der
größten Umweltmesse Rumäniens, der RomEnviroTec, im März
statt. Schwerpunkte der ExpoRenewEnergy sind die Solarenergie, Biogas, Wind-
und Wasserenergie.
Neben der ExpoRenewEnergy wird seit 2008 in Bukarest die Renexpo South-East
Europe – Internationale Kongressmesse für erneuerbare Energien und
energieeffizientes Bauen und Sanieren organisiert.
Das Konzept der Renexpo in Augsburg wurde in jüngster Zeit vom Veranstalter
REECO aus Reutlingen nicht nur nach Rumänien übertragen, sondern findet
mittlerweile auch in Budapest und Kiew statt.
Auf der Renexpo Central Europe in Budapest wird es im laufenden Jahr zum zweiten
Mal einen Gemeinschaftsstand im Rahmen des Messeförderprogramms der Exportinitiativen
geben. Im April 2009 stellten dort 105 Aussteller aus, davon neun aus Deutschland.
Der erste deutsche Gemeinschaftsstand auf der Renexpo 2009 wurde von den vertretenen
Unternehmen aufgrund der positiven Resonanz von Messebesuchern und Presse als
erfolgreich angesehen. Es gibt einige Messen in Ungarn, die sich mit Umweltthemen
befassen und das Thema erneuerbare Energien und Energieeffizienz in ihrer Nomenklatur
aufgreifen. So fand zwischen 2001 und 2009 jährlich die Ökotech –
Fachmesse für Umweltschutz und Kommunaltechnik in Budapest statt. Diese
Veranstaltung ist jedoch ab 2010 in die Industria – Fachmesse für
Industrie eingeflossen, die nunmehr im zweijährigen Turnus angeboten wird.
Weiteres wichtiges Zielland im Messeförderprogramm ist Tschechien. Hier
sei zunächst die Internationale Fachmesse für Elektrotechnik und Elektronik,
Amper, erwähnt. Sie findet jährlich im April in Prag statt. 2010 wird
es dort zum zweiten Mal einen deutschen Gemeinschaftsstand geben. Die Amper
ist keine reine Fachmesse für erneuerbare Energien und Energieeffizienz.
Die Nomenklatur ist wesentlich breiter angelegt. Für die Exportinitiativen
ist sie trotzdem eine bewährte Plattform zur Präsentation deutscher
Produkte, da sie Schwerpunkte in der Darstellung der Energieeffizienz verdeutlicht.
Dazu zählen die Gebäudeautomation, Beleuchtungstechnik sowie Energieerzeugung
und –verteilung. Aber auch Fragen zur Photovoltaik werden verstärkt
an die deutschen Aussteller herangetragen, da gute Fördermöglichkeiten
für diese Technologie in Tschechien bestehen. Größte und wichtigste
Fachmesse für Umweltschutztechnik und Umweltgestaltung ist die Envibrno,
die zusammen mit der Fachmesse für Wasserwirtschaft Vodovody-Kanalizace
jährlich in Brno stattfindet. Die Messen werden unter dem Sammeltitel Watenvi
organisiert. Im Mai 2009 stellten dort mehr als 240 Aussteller aus neun Ländern
aus.
Russland mit im Programm
Russland ist ebenfalls seit 2009 Bestandteil des Messeförderprogramms der
Exportinitiativen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Auf der Energetika
& Elektrotechnika in St. Petersburg wird im Mai 2010 zum zweiten Mal ein
Gemeinschaftsstand organisiert. Wie bei der Amper in Prag handelt es sich auch
bei der Energetika & Elektrotechnika um keine Fachmesse für erneuerbare
Energien und Energieeffizienz. Jedoch waren die deutschen Aussteller mit der
letzten Beteiligung an der Messe sehr zufrieden. Häufig waren allgemeine
Informationen zu erneuerbaren Energien gefragt, wobei vor allem Windenergie
und Biomasse, aber auch vereinzelt Geothermie und Photovoltaik thematisiert
wurden. Die Energetika & Elektrotechnika 2009 schloss mit 305 Ausstellern
und 9.750 Fachbesuchern. Wichtige Fachmessen im Umweltschutzbereich sind zudem
die in Moskau alle ungeraden Jahre stattfindende WasteTech sowie die in den
geraden Jahren organisierte Ecwatech. Das Messeförderprogramm der Exportinitiativen
wird auf Grundlage einer Messevorschlagsliste des AUMA Ausstellungs- und Messe-Ausschusses
der deutschen Wirtschaft unter der Federführung des Bundeswirtschaftsministeriums
bzw. der Exportinitiativen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz verabschiedet.
Das Messeprogramm ist abrufbar unter www.auma.de.
Die Autorin
Natalja Winges ist Referentin beim AUMA e.V., Berlin
Kontakt:
AUMAAusstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V., Berlin
Geschäftsbereich Globale Märkte
Tel.: 030/24 000-124
N.Winges@auma.de
www.auma.de
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